Die Fröbelschule in Offenbach am Main ist eine Bildungseinrichtung mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung. Ein stetiger Zuwachs der Schülerzahlen hatte Anlass für einen Neubau mit Bewegungshalle, Lehrschwimmbecken und Therapieräumen gegeben. Als vorwiegend eingeschossiger Solitär mit zwei zweigeschossigen Kopfbauten entfaltet der Neubau in einem heterogenen städtebaulichen Umfeld eine eigenständige Präsenz.

Für die Hauptnutzungen wie Unterrichtsräume, Gemeinschafts- und Betreuungsflächen, Aula, Cafeteria und Bibliothek sind im Erdgeschoss Flächen realisiert. Die Unterrichtsräume sind in Clustern organisiert. In einem teilunterkellerten Kopfbau befinden sich die Sport- und die Schwimmhalle, wobei der Schwimmbadbereich auch extern genutzt werden kann. Im Obergeschoss des zweiten Kopfbaus befinden sich Räume für das Lehrpersonal, Büroräume, ein EDV-Raum und Flächen zur Nutzung durch einzelne Schüler*innen. Teilüberdachte Innenhöfe dienen als Unterrichts- und Aufenthaltsräume.

Fast + Epp hat Grundleistungen und Besondere Leistungen der HOAI-Leistungsphasen 2–8 erbracht und war zudem für die WU-Fachplanung verantwortlich.

Projektinformationen

  • StandortOffenbach am Main
  • BauherrinGBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH
  • AuftraggeberOPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH ⁄ Ed. Züblin AG
  • Entwurfarchitektei mey
  • Größe6.528 m² BGF
  • Kosten20 Mio. EUR netto, Kgr. 300 + 400
  • BearbeiterFast + Epp Deutschland

Der Neubau ist vorwiegend in Massivbauweise geplant. Die Tragstruktur besteht im Erdgeschoss aus einer Flachdecke auf Wänden bzw. Wandartigen Trägern, Stützen und Unterzügen, hergestellt aus Stahlbeton, größtenteils in Sichtbetonqualität. Die Tragkonstruktion des Obergeschosses folgt dem Prinzip des Erdgeschosses. Über dem Eingangsbereich ist durch das Zurückspringen des Erdgeschosses eine Auskragung des Obergeschosses nach zwei Seiten entstanden.

Die oben bereits erwähnten Innenhöfe sorgen in Verbindung mit großen Fensterflächen und der Skelettkonstruktion für einen hohen Tageslichteintrag in die Räume im Erdgeschoss.

Für das Untergeschoss ist eine Stahlbetonkonstruktion als Weiße Wanne erstellt worden. Fundament-Abtreppungen gleichen Niveauunterschiede aus. Als Bodenverbesserungsmaßnahme sind Rüttelstopfsäulen in Verbindung mit einer tragenden Bodenplatte eingebracht, die an Punkten größerer Lastkonzentrationen aufgedickt ist.

Die Dachdecken über der Sporthalle und über der Schwimmhalle sind als Holzbalkenkonstruktion mit Brettsperrholzplatten und Brettschichtholzbindern ausgeführt. Der Anschluss der Binder an die umlaufenden Stahlbetonwände erfolgt über Auflagertaschen. Ein umlaufendes Lichtband mit biegesteif ausgeführten Stützen unterbricht die Außenwände und sorgt zusammen mit Oberlichtern für den Eintrag natürlichen Lichts.

“Ein Projekt mit purer Vielfalt. Schule, Sporthalle, Schwimmbad – alles unter einem Dach. Für mich als Ingenieur besonders spannend: die enge Zusammenarbeit mit den Architekten. Wir haben gemeinsam verschiedene Konstruktions- und Materialvarianten betrachtet und die beste Lösung entwickelt. So konnten wir einen straffen Bauzeitplan einhalten. In der Ausführungsplanung haben wir im hochprofessionellen Team von Züblin unsere Planung exakt auf die Bedürfnisse der Baustelle abgestimmt. Mit acht Monaten war die Rohbauzeit dann auch extrem kurz.”

Rasmus Haupt, Projektingenieur bei Fast + Epp

Bildnachweis: Eibe Sönnecken; Image Engineering by Marcel Geibel